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0-3 Jährige

UNSERE ZWERGEN UND WICKELKINDER

FAMILIENGRUPPEN

„MITEINANDER“ DIE GROßEN LERNEN VON DEN KLEINEN UND DIE KLEINEN LERNEN VON DEN GROßEN!!!!!

... und wie wir speziell auf die Bedürfnisse unserer „Zwergen“ und „Wickelkinder“ eingehen:

Institutionelle Kinderbetreuung ist ein wertvolles pädagogisches Angebot.

Die Mutter-Kind Beziehung wurde von der Wissenschaft so gut erforscht, wie kaum eine andere. Ein Säugling kann bereits vertrauensvolle Beziehungen zu mehreren Menschen aufbauen, vorausgesetzt, die neuen Bezugspersonen kooperieren mit den Eltern und das Kleinkind hat genug Zeit. In der Eingewöhnungsphase gewöhnt sich das Kleinkind schrittweise an die neue Umgebung und die Bezugspersonen und wird von den Eltern begleitet.

Ein Kind kann diesen Übergang in der Regel sehr gut bewältigen, wenn es ca. 3 bis 4 Wochen Zeit hat.

Wichtig ist eine durchdachte Organisation und gut geschulte MitarbeiterInnen.

Grundlagen für eine qualitativ gute Kinderbetreuung : das freie Spielen zulassen und den Kindern die Möglichkeiten zu bieten ihre Motorik selbständig zu entwickeln. Kinder greifen, halten fest, betrachten aufmerksam, liegen am Boden, stützen sich mit einer Hand und einem Fuß auf dem Boden, kriechen, krabbeln und lernen Höhenunterschiede kenne.

Jedes Kind erforscht die Welt nach seinem eigenen Tempo und Antrieb !!!!!!

 

Das Wickeln ist eine Gelegenheit zur Kommunikation und Kooperation:

Der Wickeltisch steht zentral, so können auch die übrigen Kinder mit ihrer Bezugsperson, die ihnen durch ihre Präsenz Sicherheit gibt, weiterhin in Blick- und Sichtkontakt bleiben. Kinder kooperieren mit den BetreuerInnen beim An- und Ausziehen und beobachten gleichzeitig das Geschehen in der Umgebung. Das Kind wird in seiner bereits entwickelten Kompetenz wahr- und ernstgenommen. Qualitätsarbeit mit „Wickelkindern“ ist ein langer Lern- und Entwicklungsprozess, denn Qualität kann nicht angeordnet werden. Dem Kleinkind wird selbständiges Essen in der Phase des Übergangs „vom Schoß der Betreuerin“ zum Sitzen am Tisch mit anderen Kindern ermöglicht! Beim Wickeln, der Pflege der Kinder, sowie beim Füttern ist die „Eins-zu-Eins“ Pflege, d.h. die BetreuerInnen wenden sich in dieser Zeit ausschließlich einem Kind zu, ein wesentlicher Bestandteil.

Einerseits, spielen die Kinder entspannter, weil ihnen ja ihre „Betreuungszeit“ sicher ist, andererseits ist es auch eine Erleichterung der Arbeitssituation der BetreuerInnen. Ziel ist es, jedem Kind seine eigenständige Entwicklung im eigenen Rhythmus und der eigenen Zeit zu ermöglichen. Die Art der Arbeit erfordert sehr viel Zeit und Geduld.

 


 

Eingewöhnung unserer Krippenkinder

Wir gewöhnen unsere Krippenkinder nach dem Eingewöhnungsmodell des Infans Instituts ein.

Vor Beginn der Aufnahme erhalten die Eltern von uns einen Fragebogen, mit dessen Hilfe wir einen ersten Eindruck vom Kind bekommen. Diesen Bogen und die Anmeldeunterlagen besprechen wir mit den Eltern gemeinsam in einem Aufnahmegespräch. Dazu  sollen die Eltern  ihr Kind mitbringen.

Mit dem ersten Tag der Anmeldung beginnt der Krippenbesuch für das Kind und die Mutter.

Der Verlauf der Eingewöhnung sieht wie folgt aus:

1.-3. Tag

Die Mutter bleibt 3 Tage mit dem Kind in der Krippe als „sichere Basis“ voll anwesend.

Die maximale Anwesenheit beträgt 2 Stunden.

In diesen 3 Tagen findet ein behutsamer Bindungsaufbau zwischen der Kindergruppenbetreuerin  und dem Kind statt.

Die Mutter übernimmt am ersten Tag die Pflegetätigkeiten (Füttern, Wickeln,...) selbst und gibt diese im Laufe dieser 3 Tage schrittweise an die Erzieherin ab.

4. Tag

Die erste Trennung findet statt.

Die Mutter verlässt den Raum für kurze Zeit und bleibt in der Nähe.

Bitte achten Sie als Eltern darauf, sich kurz aber bestimmt vom Kind zu verabschieden. Davonschleichen wäre für das Kind schlimmer als ein kurzes Weinen, weil die Mama geht.

Ab dem 5. Tag

Wenn sich das Kind nach der Trennung von der Mutter vom Krippenpersonal beruhigen lässt, sich für seine Umgebung interessiert und loslassen kann, wird die Eingewöhnung fortgesetzt, indem die Trennungsphase schnell verlängert werden.

Wenn sich das Kind nicht beruhigen lässt und die Mutter geholt werden muss, dauert die Eingewöhnung länger und die Mutter muss nochmals eventuell für mehrere Tage voll anwesend bleiben um dann einen erneuten Trennungsversuch zu starten. Dies gilt auch, wenn das Kind unregelmäßig gebracht wird.

Zum Stabilisieren des Kindes in der Gruppe wird die Anwesenheit der Mutter ständig verkürzt und die Anwesenheitszeit des Kindes schrittweise verlängert, bis die gewünschte Buchungszeit erreicht ist.

Die Entscheidung über Anwesenheitszeit des Kindes richtet sich in den ersten 4 Wochen nach dem Ermessen des Krippenpersonals. Es kann bis zu max. 4 Wochen dauern, bis das Kind die gebuchten Zeiten bleiben kann. Bitte halten Sie sich als Eltern in dieser Zeit bereit, Ihr Kind gegebenen falls noch selbst zu beaufsichtigen, achten Sie auf telefonische Erreichbarkeit und halten Sie sich die Möglichkeit offen, Ihr Kind zu jeder Zeit abholen zu können.

Bitte halten Sie die abgesprochenen Zeiten im Sinne Ihres Kindes ein.

Um dem Kind eine positive Erfahrung zu vermitteln und damit das Kind die Eltern und Erzieher als verlässlich empfindet, darf die Bezugsperson nicht erst dann zurückkommen, wenn das Kind „nicht mehr kann“, sondern unaufgefordert zum abgemachten Zeitpunkt das Kind abholen.  Es ist besser, das Kind mit guten Erfahrungen abzuholen und ein schönes Spiel zu unterbrechen, als es müde, ausgelaugt und frustriert mit nach Hause zu nehmen. In diesem Fall wird es ungern zurückkommen.

Abschluss der Eingewöhnung

Das Kind lässt sich nach dem Abschied von der Mutter oder bei Kummer von der Betreuerin beruhigen und die Besuchszeit ist erreicht.

Zum Abschluss der Eingewöhnung bekommen die Eltern einen kurzen Reflexionsbogen mit nach Hause,  wie sie die Eingewöhnung erlebt haben. Unser Elterncoach begleitet die Eltern sehr gerne, wenn sie das wünschen.

Die Beitragszahlungen der Eltern für Ihr Kind beginnen sobald das Kind die Eingewöhnung abgeschlossen hat. Eine maximale Eingewöhnungszeit von 4 Wochen ist für die Eltern beitragsfrei.

Gemeinsam in die Krippe

Gewöhnung an die Kinderkrippe braucht Zeit und Geduld

Wann ist mein Kind "reif" genug für den Aufenthalt in einer Kinderbetreuungsstätte? Eltern sind bei dieser Frage oft sehr unsicher. Einerseits wollen sie ihr Kind nicht zu früh allein lassen, um nicht als Rabenvater und Rabenmutter zu gelten. Aber andererseits können und wollen Eltern nicht zu lange zu Hause bleiben und die Arbeit ganz der Kindererziehung opfern. Das Institut für angewandte Sozialisationsforschung (INFANS) hat ein Eingewöhnungsmodell entwickelt, mit dem Kleinkinder behutsam an die Trennung von den Eltern gewöhnt werden und Vertrauen zur Erzieherin der Kinderkrippe aufgebaut werden kann - und das braucht Zeit.

Sicher mit Bindung

In den ersten Lebensmonaten baut das Kind eine Bindung zu seinen Bezugspersonen auf, meist sind dies die Eltern. Ab dem siebenten Monat werden diese dann zur sicheren Basis für Erkundungs- und Entdeckungstouren in die Umgebung. Wenn Kleinkinder Stress ausgesetzt sind (z. B. fremde Umgebung und Personen, Erkrankung oder Schmerz), dann kann nur über eine Bezugsperson Geborgenheit und Sicherheit vermittelt werden. Dafür genügt entweder allein die Anwesenheit dieser Person oder das Kind sucht den engen Körperkontakt mit ihr. Eine fremde Person kann das Kind in der Regel nicht trösten. Lange Weinphasen in der ersten Zeit in einer Krippe sind wahrscheinlich ein Zeichen dafür, dass das Kind zu früh ohne Eltern der fremden Umgebung anvertraut worden ist und noch keine Beziehung zur Erzieherin aufgebaut hat. Kinder, die noch kein Vertrauen zu einer anderen Person gefasst haben, können erheblich in ihrer Gesundheit, ihrer Entwicklung und in ihrer Bindungsbeziehung zur Mutter beeinträchtigt werden. Der Aufbau einer bindungsähnlichen Beziehung zur Erzieherin benötigt ein bis zwei Wochen, fallweise auch drei. Diese Erkenntnisse aus der Bindungstheorie sind in das Eingewöhnungsmodell von INFANS eingeflossen. Eine wichtige Voraussetzung ist die geplante Beteiligung der Eltern an der Eingewöhnung ihrer Kinder. Deshalb sollten schon früh genug Erkundigungen über mögliche Betreuungseinrichtungen und den Eintrittszeitpunkt eingezogen werden. Die Aufnahme der Kinder sollte gestaffelt erfolgen, so dass im Idealfall ein Kind pro Woche neu in die Krippe hin zukommt.  Die Eltern sollten sich der Bedeutung ihrer Begleitung für den Erfolg einer außerhäuslichen Betreuung und des Zeitaufwandes dafür bewusst sein. Die Eingewöhnungsphase kann erst dann als abgeschlossen betrachtet werden, wenn das Kind die Erzieherin als "sichere Basis" akzeptiert. Das heißt - entgegen der Befürchtung vieler Eltern - nicht, dass die Erzieherin den Platz der bisherigen Bindungspersonen einnimmt. Die Eltern bleiben für gewöhnlich die Hauptbindungspersonen. Wie viel Zeit die Eingewöhnung in eine Krippe in Anspruch nimmt, hängt vom Rhythmus des Kindes ab, sich auf Neues einzustellen.

Aufmerksam im Hintergrund

Auf Grundlage von Forschungs- und Praxiskenntnissen schlagen die AutorInnen vor, die Eltern in dieser kritischen Phase der Eingewöhnung einzubinden. In den ersten drei Tagen halten sich die Eltern im Gruppenraum mit auf. Sie sollten sich möglichst passiv verhalten, also nicht mit anderen Kindern spielen oder lesen. Das Kind soll sich der Aufmerksamkeit des Elternteiles sicher sein und auch jederzeit die Möglichkeit haben, sich in die Nähe der vertrauten Person zu flüchten. Aus der Sicherheit der elterlichen Beziehung kann das Kind getrost seiner natürlichen Neugierde nachgehen und die fremde Umgebung erkunden. Aufgabe der neuen Erzieherin ist es, Kontakt zum Kind herzustellen und langsam sein Vertrauen zu gewinnen. Zusätzlich beobachtet sie das Verhalten des Kindes seinem Elternteil gegenüber, um die Länge der Eingewöhnungszeit besser bestimmen zu können. Am vierten Tag versuchen die Eltern, ihr Kind zum ersten Mal allein zu lassen. Zeigt sich das Kind weiterhin an den neuen Dingen der Umgebung interessiert und lässt es sich bei Weinanfällen von der Erzieherin rasch beruhigen, so kann die erste Trennungsphase auf eine halbe Stunde ausgedehnt werden. Ist das Kind aber verstört oder fängt an zu weinen und beruhigt sich nicht trotz Beruhigungsversuche der Erzieherin, so hilft nur die Rückkehr des Elternteils. Versucht das Kind, selbst mit Belastungssituationen fertig zu werden, ohne dauernd Kontakt zum Elternteil aufnehmen zu wollen, so deutet dies auf eine kürzere Eingewöhnungsphase hin.
Ab dem vierten Tag übernimmt die Erzieherin immer mehr Versorgungsfunktionen der Eltern wie Füttern, Wickeln oder Trösten. Das Gefühl, jederzeit die Aufmerksamkeit von Vater oder Mutter zu haben, muss dem Kind aber gegeben sein. Die Trennungsphasen von der Hauptbindungsperson sollen durch ein Abschiedsritual erleichtert werden. Kommt das Kind mit der Trennung nicht zurecht, dann sollte mit weiteren Versuchen eine Woche später fortgesetzt werden. Bei der letzten Eingewöhnungsphase bleiben die Eltern der Kinderkrippe fern, sind aber immer erreichbar, um ihrem Kind notfalls beistehen zu können. Lässt sich das Kind auch von der Erzieherin trösten, so kann es als "reif" für den Aufenthalt in der Einrichtung eingestuft werden. Die Trennung von den Eltern kann durchaus unter kurzfristigem Protest des Kindes erfolgen (Bindungsverhalten), ist aber nicht weiter tragisch, wenn es sich danach rasch wieder beruhigt und sich anderen Dingen zuwendet. Normal ist auch, wenn das Kind in der ersten Zeit müder ist als sonst, denn die hohe Anpassungsleistung erfordert viel Energie. Deshalb wird empfohlen, die Kinderkrippe in den ersten Wochen nur halbtags zu besuchen.
 


Quelle:
Literatur: Hans-Joachim Laewen u.a.: Die ersten Tage in der Krippe: Ein Modell für die Gestaltung der Eingewöhnungssituation. Berlin 2000.



Dr. Radut Consulting